Plastikbecher – muss das sein

Ja, nein, ich meine jein! Du kannst uns glauben, wir beschäftigen uns seit dem Beginn des Projekts sehr viel mit dem Thema Verpackung und die Entscheidung für den Kunststoffbecher ist uns nicht leicht gefallen. Im Grunde hatten wir gar keine Wahl. Zunächst mal ein Überblick über die Anforderungen an die Verpackung:

Das verlangt der Handel

  • Die Verpackung darf nicht einfach zu öffnen und wieder verschließbar sein, ohne dass es auffallen würde. Dafür haben Becher und Gläser zum Beispiel ein Siegel über dem Rand oder einen sogenannten Originalitätsverschluss. Oder der Becher an sich ist unter dem eigentlichen Deckel noch mal mit einer Siegelplatine verschweißt.

Damit das Produkt sicher verpackt ist, muss die Verpackung

  • weitgehend luftdicht sein
  • für fetthaltige Produkte geeignet sein
  • für die Kühlung (Temperatur, Kondenswasser) geeignet sein
  • Glasverpackungen, beschichtete Hartpapierbecher und Kunststoffbecher erfüllen diese Ansprüche.

Schauen wir uns mal die Eigenschaften der drei Kandidaten an:

Glas

Pro

Luftdicht, gut zu recyclen, wenig Plastikmüll (Deckel), für Pfand geeignet, transparent.

Contra

Schwer, zerbrechlich, lange Transportwege mit viel Volumen, energieintensive Herstellung.

Hartpapierbecher

Pro

Geringer Kunststoffanteil, leicht, geringes Transportvolumen.

Contra

Wird praktisch nicht recycelt, Rohstoffe (Holz) aus intransparenter Herkunft, Kunde kann das Produkt nicht sehen.

Kunststoffbecher

Pro

Sehr leicht, geringes Transportvolumen, einfach zu recyclen (je nach verwendeten Kunststoffen), transparent.

Contra

Kunststoff landet zu oft in der Natur, nicht aus nachwachsenden Rohstoffen.

Stellt sich also die Frage, wie man die negativen oder positiven Eigenschaften der Verpackungen gewichtet. Geht es um die Co2 – Bilanz? Tschüss Glas. Geht es um die Recycling-Quote? Tschüss Pappbecher. Ist Plastik grundsätzlich doof, weil so viel im Meer landet? Tschüss Kunststoffbecher.

Es gibt noch eine ganz andere Herausforderung. Nämlich einen Hersteller zu finden, der die gewünschte Verpackung befüllen kann. Und hier war für das Glas Schluss. Es ist dir ja bestimmt auch schon aufgefallen, dass es nur wenige bis keine Glasverpackungen mehr im Kühlregal gibt. Und wenn es sie gibt, kommen Sie aus Frankreich, Belgien oder Italien. Zwar haben wir lange mit einem Hersteller darauf hingearbeitet, einen Keksteig zum Naschen in Glas zu füllen. Dieser hat uns dann aber sehr kurzfristig sitzen lassen und kackfrech selbst Keksteig auf den Markt gebracht. Weitere Hersteller, die einen Keksteig in Gläser füllen können, waren in Deutschland nicht zu finden.

Gemeinsam mit dem Hersteller haben wir uns dann für einen PP-Kunststoffbecher entscheiden. Polypropylen ist ein sogenannter Mono-Kunststoff (also nicht aus verschiedenen Kunststoffen gemischt) und daher sehr einfach zu recyclen. Pappbecher haben zwar ein besseres Image, aber sind im Handling aufwendiger (der Becher muss mit einer Platine aus Kunststoff oder Aluminium versiegelt werden) und, wie schon geschrieben, auch nicht besonders umweltfreundlich, da sie so gut wie nicht recycelt werden. Die Diskussion über die Kaffeebecher kennt ihr ja und die enthalten sogar weniger Plastik als die Papp-Eisbecher. So kamen wir also zu unserer Verpackung. Fazit: nur keine Verpackung ist eine gute Verpackung und so einfach ist das eben alles doch nicht.

Dieser Artikel berücksichtigt nur einen Bruchteil der Argumente für oder gegen eine Verpackung, aber er fasst ganz gut zusammen, wie wir zu unserer Verpackung gekommen sind. Wir freuen uns, wenn du einen Kommentar hinterlässt!

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